Samstag, Mai 05, 2007

Sandra's Autokauf I, Sandra's Autokauf II & IHRE Story dazu...

Toyota - alles war unmoeglich! Brot, Butter und einen Toyota bitte !Eine Kurzgeschichte zum Thema Autokauf in Neuseeland....18.04.2007 Birgit und ich gehen in Wellington zu New World um Brot und Butter zu kaufen. Am Schwarzen Brett haengt eine Anzeige - Toyota zu verkaufen. Astrein, bin nun grad auf der Suche nach nem Auto und alles was ich bisher gefunden habe war entweder zu teuer oder bereits verkauft. Ich rufe an - nicht nur das Fahrzeug, sondern auch der Typ scheint ein Japaner zu sein. (Eigentlich haette ich an dieser Stelle schon skeptisch werden muessen) Angucken, Probefahrt, professioneller Check,....aber ich schlaf nochmal ne Nacht drueber.19.04.2007 15:25 Uhr Eine Nacht drueber geschlafen - Ich kaufe die Karre trotzdem es ein Japaner ist - Geld holen, ummelden, Versicherung, blabla....19.04.2007 - 18:30 Uhr Eigentlich haette ich doch lieber einen VW-Bus...aber nun ist zu spaet und ich hoffe dass mein japanisches Schlachtschiff mich nicht enttaeuscht. Birgit und ich planen die naechsten Tage...20.04.2007 - 10:00 Uhr Nun gehts los Richtung Norden. Sachen sind gepackt, bollestolz in meiner eigenen Karre kann es losgehen!

10:30 Uhr Ich klebe ein FOR SALE Schild an meine Scheibe. Vielleicht moechte das Auto ja ein bekloppter Backpacker fuer teuer abkaufen...
11:00 Uhr nach einer Stunde Fahrtzeit oder 100km Krawummmm, qualm, rauch, shit - irgendwas ist grad unter der Motorhaube in die Luft gegangen. Ok wir fahren links ran, oeffnen gekonnt die Motorhaube und stellen mit unserem geschulten Blick fest, dass da was nicht stimmt ! Ueberall war schwarzes Zeug und einer der Schlaeuche sah nicht mehr ganz funktionstuechtig aus. Als allererstes werden erstmal Fotos gemacht, dann ueberlegt was wir tun sollten. Mobilitaetsservice hatte ich ja nun nicht - aber von wegen Ein Toyota hat keine Panne - wenn die die Werbung hier auch kennen, dann haelt nie jemand an um mir zu helfen. Da kann ich mich hier lange an die Strasse stellen. Ein paar Meter weiter fruehstueckte gott sei dank grad ein liebes aelteres Paaerchen aus Wellington, die uns netterweise auch bestaetigten, dass die Karre kaputt ist und mich mit in den naechsten Ort nahmen, um dort einen Abschlepper zu organisieren

An der Werkstatt (?) in dem Dorf mit 10 Einwohnern abgeladen hab ich dem Werkstattmann erklaert was passiert ist - Er rief einen Kumpel an, der keine 5 Minuten spaeter mit seinem Jeep vorbeikam, um mich abzuschleppen.

Zurueck in der Werkstatt versuchte der Typ ein Ersatzteil zu organisieren - das einzige, was er kriegen konnte, haette aus Auckland geholt werden muessen. Ca. 600km weit weg, schade. Gut, dass Mechaniker immernoch den Keller voll haben - also ist er nach Hause und hat seinen Keller durchwuehlt und tatsaechlich einen passenden Schlauch gefunden. Top ! Fuer Abschleppen, Schlauch und Schlauchwechseln hat er mir 20 $ abgenommen - dat war n Schnapper !14:00 Uhr Die Karre ist repariert, scheint zu laufen, es kann weitergehen!
Birgit hat irgendwo auf dem Weg zwischen Abschleppstelle, dort wo das Seil beim Abschleppen gerissen ist und Werkstatt, ihren Pulli verloren. Also sind wir nochmal den Weg zurueck um zu gucken...nicht gefunden, umgedreht und wieder an der Werkstatt vorbei. Die Handynummer von dem Werkstattmann hatte ich, nun wollte ich eigentlich nur noch kurz nach seinem Namen fragen, bevor wir weiterbrettern. Ich fragte und habe nebenbei noch erwaehnt, dass die Temperaturanzeige recht hoch ist....Nun ja, er heisst Craig und der Motor brennt.17:00 Uhr 3 Stunden spaeter war klar, dass das ohne weiteres nicht repariert werden kann.17:05 Uhr Ich reduziere den Preis auf meinem FOR SALE Schild....
17:10 Uhr Craig probierte echt alles, um die Schleuder wenigstens fuer einige hundert Kilometer wieder zum laufen zu bringen. Letzter Versuch. Wir fahren los und schon nach 3 Kilometern kocht die Karre wieder. Auto aus, abkuehlen lassen, erstmal ein Kaesebrot gegessen und den Sonnenuntergang fotografiert. Auto an, 50m gefahren, Auto aus. Auto an, 50m gefahren, Auto aus. Auto an, 50m gefahren, Auto aus. Von der Polizei angehalten (als ob wir nicht eh schon gestanden haben). Bisschen geschnackt., alles gut. Auto an, 50m gefahren, Auto aus. Ne Stunde spaeter kamen wir dann endlich bei der Werkstatt wieder an!Tja, nun war klar, dass wir in diesem Kaff gefangen sind und es keine Moeglichkeit gibt zurueck nach Wellington oder irgendwo in die Zivilisation zu kommen.Also wurde erstmal Essen bestellt. Sah ja so aus als ob der Spass noch laenger dauert.18:00 Uhr Mein FOR SALE Schild wird durch FOR FREE ersetzt18:30 Uhr Craig versucht ein anderes Auto zu organisieren. Nach ein paar Telefonaten und Stunden findet er einen Audi fuer mich. Ich muesste neben dem Toyota noch ein bisschen was drauflegen - hey hatte ich ne Wahl ?? Nein, denn in diesem Kaff faehrt nicht mal n Bus und ich wollte den japaner einfach loswerden! Also her mit der Karre - deutsche Qualitaet, da kann man ja fast nix falsch machen ! Der Audi-Verkaeufer brauchte ne Stunde bis zu uns.

Der Farmer hatte die grandiose Idee uns bei Nacht seine 15000 ha Farm mit hunderttausend Kuehen, Schafen und einem Pferd zu zeigen. Ich hab weder ne Kuh noch n Schaf gesehen, aber war super witzig.
20:00 Uhr Der AUDI faehrt vor, mir wurde gesagt es ist ein Audi 80 - ja, wenn die das sagen, ist es wohl einer. Jedenfalls ist er silber :-) Na denn, das wird nun wohl mein neues Auto. Umschreiben, neuregistrieren, Versicherung wechseln, Geld holen, bezahlen,...und schon wars meins. Mittlerweile hat sich das halbe Dorf an dieser Tankstelle versammelt, wir haben noch n bisschen geschnackt, denn eilig hatten wir es ja schon lange nicht mehr.Gegen 9 haben wir uns dann doch mal Richtung Taupo aufgemacht - nach ca. 5 km hinterm Ortschild sehen wir ein weisses japanisches Auto mit Warnblink am Strassenrand stehen...ein Toyota? Aber ein Toyota hat doch keine Panne....?!Craig hat alle 10 Minuten gesmst, ob alles ok ist und ich glaub alle Beteiligten waren froh, dass wir nun endlich in Taupo angekommen sind. Nach 15 Stunden....Haha, wat n Tag ! So viel Hilfsbereitschaft hab ich wirklich selten erlebt und danke dem ganzen Dorf und auch den Japanern fuer diesen unvergesslichen und erlebnisreichen Tag ! :-)

Sandras Motto war: "Keep smiling"... Jeder andere waere glaub in Traenen ausgebrochen... War auf jeden Fall ein aufregender Tag im Mitten von Nirgendwo...